Eingewöhnungskonzept
Die Eingewöhnungszeit ist für das Kind, die Eltern und die Erzieherinnen außerordentlich wichtig. Ob sich ein Kind im Kindergarten wohl fühlt, hängt sehr davon ab, wie die Eingewöhnungszeit verlaufen ist. Deshalb gilt für eine optimale Eingewöhnungszeit - viel Zeit einplanen!
Das Kind muss eine stabile Bindung zur Bezugserzieherin haben, um sich gut von den Eltern trennen zu können.
Damit die Eltern vor dem Eintritt, die Bezugsperson ihres Kindes und den Kindergarten kennen lernen können, findet ungefähr 3 Wochen vor dem ersten „Schnuppertag“ ein Eintrittsgespräch statt. Ziel des Gespräches ist es, den Eltern Informationen über die Eingewöhnungszeit und den Tagesablauf im Kindergarten zu geben und Informationen über das Kind zu bekommen. Die Eltern können das Kind schon im Voraus auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten, indem sie mit dem Kind über den Kindergarten sprechen.
Die Eingewöhnungszeit hat verschiedene Phasen, die hier noch erklärt werden. Da aber jedes Kind andere Bedürfnisse hat, muss das Vorgehen im Einzelfall unterschiedlich gehandhabt werden. Dies wird aber immer mit den Eltern abgesprochen, denn wir verfolgen dasselbe Ziel wie die Eltern:
Wir möchten, dass sich ein Kind bei uns wohl und geborgen fühlt!
Ganz wichtig ist, dass die Eltern sich immer vom Kind verabschieden, denn plötzliche und unvorbereitete Trennungen können das Vertrauen des Kindes erschüttern.
Damit der Trennungsschmerz nicht unnötig in die Länge gezogen wird reicht es 1x „Tschüs“ zu sagen und die Eltern sollen dann wirklich gehen, auch wenn es ihnen schwer fällt. Aus Erfahrung wissen wir, das ist auch ganz normal, dass es für die Eltern oft nicht leicht ist. Deshalb können sie gerne außerhalb der Gruppe warten, ob sich ihr Kind beruhigt hat, oder sich bei uns telefonisch über das Wohlergehen des Kindes erkundigen. Wenn wir nach einer bestimmten Zeit merken, dass sich ein Kind gar nicht beruhigt, sich nicht trösten oder nehmen lässt, rufen wir bei Ihnen an. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern bzw. eine andere Bezugsperson (Oma/Opa…) während der Eingewöhnung immer telefonisch erreichbar sind und uns zu diesem Zeitpunkt alle Notfallnummern vorliegen.
Auch das mitbringen eines Kuscheltieres, Nuckis, Schnuffeltuch…. kann das Trösten erleichtern.
Die Eingewöhnungszeit in unserer Einrichtung beginnt ca. 4 Wochen vor Kindergarteneintritt und wird individuell nach den Bedürfnissen des Kindes mit den Eltern abgesprochen.
Die Dauer der Eingewöhnungszeit ist nicht immer voraus zu sehen, da jedes Kind eigene Bedürfnisse, Gewohnheiten, Beziehungen, Vorlieben und Gefühle hat.
Die Kinder werden von uns in eine bestimmte Gruppe eingeteilt und sollten dort auch zu Anfang Ihre Bezugserzieherin haben. Es kann aber durchaus sein, dass sich ein Kind währen der Eingewöhnung zu einer anderen Erzieherin oder Gruppe hingezogen und sich wohler fühlt und viel schneller Kontakt aufbaut. In diesem Fall sind die Gefühle und Wünsche des Kindes vorrangig, und das Kind wechselt in die betreffende andere Gruppe- dann sicher auch ohne großen Trennungsschmerz.
Im Zuge von Gruppenübergreifenden Projekte und verschiedenen Schwerpunkten in den Gruppen ist es auch wichtig recht bald zu den anderen Erzieherinnen Kontakt aufzubauen.
Auch die Eltern sollten während der Eingewöhnungszeit immer Zeit für ein Tür –und Angelgespräch haben, um noch anstehende oder während der Eingewöhnung entstandene Fragen zu klären. So kann die Beziehung und das Vertrauen zwischen Familie und Kindergarten aufgebaut werden.
Die Eingewöhnung
1. Phase
Diese dauert in der Regel ca. 2-3 x/ Woche für jeweils 1 Std., nach 10 Uhr. Hier finden noch keine Abschiede zwischen Eltern und Kind statt. Die Eltern halten sich sichtbar oder in einem Nebenraum auf. Diese Phase dient zur ersten Kontaktaufnahme zwischen Kind und Erzieherin (Bezugsperson). Sie wird auch größtenteils in der für das Kind vorgesehenen Gruppe stattfinden.
2.Phase
In der zweiten Woche, an 3-4 Tagen, finden dann Abschiede zwischen Eltern und Kind statt. Die Dauer der Trennung wird von Tag zu Tag anhand des Befindens des Kindes neu vereinbart. Angefangen wird mit einer Trennung von 30 Minuten. Die Eltern halten sich aber am ersten Tag noch in der Einrichtung auf. Das Kind wird hauptsächlich von der Bezugserzieherin betreut, diese versucht auch zu den anderen Erzieherinnen Kontakt mit dem Kind aufzubauen. Die Bezugserzieherin hält sich mit dem Kind in anderen Gruppen und Bereichen der Einrichtung auf. So lernt das Kind nach und nach alles kennen und kann sich seinen „Lieblingsort“ selbst aussuchen/ bestimmen. Die Bezugserzieherin hilft dem Kind sich Schrittweise im Kindergarten zu Recht zu finden.
Der Abschied ist für das Kind am einfachsten zu verkraften, wenn es weiß warum und wohin die Eltern gehen. Die Kinder können Vertrauen aufbauen, dass die Eltern wieder kommen und die Beziehung zur Bezugsperson vertiefen.
3.Phase
Diese findet in der 3.-4- Woche statt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die stabile Bindung zur Erzieherin hergestellt sein, sodass das Kind 2x in der Woche einen Vormittag in seiner Gruppe verbringen kann. Diese Besuche beginnen jedoch erst um 9 Uhr und enden um 12.30 Uhr.
Die Einhaltung der Abholzeit ist für das Kind äußerst wichtig, es merkt dass es nicht vergessen wird, wenn andere Kinder abgeholt werden. Sollte ein Kind es noch nicht geschafft haben sich „abzunabeln“ werden die Besuche weiterhin wie in Phase 2 gehandhabt.
Mit der 3. Phase ist die Eingewöhnungszeit in der Regel abgeschlossen. Die Bezugsperson zieht sich mehr und mehr zurück und versucht das Kind im Spiel mit anderen Kindern zu unterstützen und aus der Distanz zu begleiten.
Ihr Kind soll zu Kindergartenbeginn am Mittagessen
teilnehmen?
Das Mittagessen wird nicht von den Erzieherinnen gereicht, hierfür haben wir eine Küchenhilfe. Zum Mittagessen treffen sich die Kinder gegen 12.45 Uhr in einem separaten Raum. Damit das Kind auch hier die Möglichkeit des Kennenlernens hat, bieten wir den Eltern die Möglichkeit 1-2 x mit dem Kind daran teilzunehmen. Dies sprechen wir aber vorher mit Ihnen ab. In der Anfangszeitwird das Kind auch immer von der Bezugserzieherin zum Essen begleitet.
Dieses Konzept wurde vom Kindergartenteam, basierend auf Beobachtungen und Erfahrungen mit Kindern in unserer Einrichtung, erarbeitet. Natürlich gibt es kein Geheimrezept für die Eingewöhnung. Unser Ziel dieses Eingewöhnungskonzeptes ist, dass die Eltern einen
ungefähren Überblick über den Neueintritt ihres Kindes gewinnen können. Es soll dazu dienen einen möglichst optimalen Weg für das Kind und leichten Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten zu finden,
welcher aber bei jedem Kind individuell ist. Rückschläge wird so manches Kind immer wieder erleben, was ganz normal ist und auf eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung hinweisen kann.
Hierzu gibt es auch hilfreiche Kinderbücher:
Ich will meine Mami!
Martin Waddel und Patrick Benson, Verlag Sauerländer,
ISBN 3-7941-3594-6
Wo ist Mami?
Axel Scheffler und Julia Donaldson, Verlag Beltz & Gelberg,
ISBN 3-407-79251-4
Kindergarten St. Josef im Januar 2009
Juliane Pickarts


